Studie: Bildgebung bei stotternden Kindern

Stottern: Aktuelles

Eine Diffusionstensor Magnetresonanz-Tomografie-Studie mit stotternden Kindern (Henne oder Ei?)

Prof. Dr. Martin Sommer: Oberarzt der Klinik für Klinische Neurophysiologie
Annika Primaßin: wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehr- und Forschungslogopädin M.Sc.
Alexander Whillier: PhD Student, B.Sc. (Psychology), B.Psych. (Honours), Grad.Dip. Biomedical Engineering

Können Sie bei einem stotterndem Kind sicher vorhersagen, ob es das Stottern behalten oder verlieren wird?

Herr Prof. Martin Sommer, Annika Primaßin und Alexander Whillier stellen sich genau diese Frage.
Um uns allen in Zukunft ein besseres Verständnis von Persistenz und spontaner oder assistierter Remission des Stotterns zu ermöglichen, führen wir an der Universitätsmedizin Göttingen ein DFG-gefördertes Forschungsvorhaben durch. Wir werden in diesem Zusammenhang die pathophysiologische Bedeutung und die Veränderbarkeit der bereits belegten links frontalen Dyskonnektion der weißen Substanz prüfen. Dabei wollen wir klären, ob die veränderte Struktur der weißen Substanz im linken Rolandischen Operculum Ursache oder Folge des Stotterns ist (Henne oder Ei?). Durch eine Follow-up-Untersuchung überprüfen wir zudem, ob die Struktur der weißen Substanz im Kindesalter modulierbar ist.
Ziel der Studie ist es somit, einen biologischen Marker zur früheren Abschätzung des Risikos der Stotterpersistenz zu identifizieren.

Darum bitten wir um Ihre Mithilfe beim Finden 6-8-jähriger stotternder Kinder, die wir im Laufe eines einzelnen Tages in Göttingen untersuchen wollen.

Zunächst werden wir die Sprachentwicklung der Kinder anhand des Sprachstandserhebungstest für fünf- bis Zehnjährige (SET 5-10) überprüfen und das Stottern mittels aufgezeichneter altersadäquater Spielsequenzen quantifizieren. Danach erfolgt die MRT-Untersuchung ohne Kontrastmittel.

Einschlusskriterien der Studie

  • Deutsch als Muttersprache
  • keine andere Sprach- oder Sprechstörung außer Stottern
  • keine Beeinträchtigung des Hörens
  • keine kognitiven oder neurologischen Auffälligkeiten
  • Stottern besteht seit mindestens 6 Monaten

Wir erstatten die Fahrtkosten und bedanken uns bei den Kindern mit einem Spielzeug. Nach circa eineinhalb Jahren wollen wir mit Ihrer Hilfe überprüfen, ob eine Remission des Stotterns eingetreten ist und welche hirnstrukturellen Gegebenheiten mit der Remission assoziiert sind.

Über Ihr Interesse an der Studie und Ihre Unterstützung freuen wir uns sehr. Für Rückfragen steht Ihnen Frau Annika Primaßin gerne telefonisch unter 0551 39-9249 oder 0551 39-12631 (Anrufbeantworter) oder per Email (annika.primassin@med.uni-goettingen.de) zur Verfügung.

Hier haben Sie auch die Möglichkeit, unsere Broschüren und die von der Ethikkomission Göttingen genehmigten Elterninformationen zur weiteren Information herunterzuladen.